Ich werde dich versorgen!

Blog Januar 2018

Von Franz Lermer

 

Ich werde Dich versorgen!

 

Na, das ist ja mal eine Ansage, sagte ich zu mir selbst, als sich mir der Satz Ich werden dich versorgen“ in den Kopf hämmerte. Genau so habe ich Gottes Stimme in mir vernommenFür einen streng rational denkenden Betriebswirt und Unternehmer war das schon eine sehr gewagte Aussage. 

Ich bin aufgewachsen in einem Unternehmerhaushalt. Schon als kleines Kind blies mir der Wind des Unternehmertums ins Gesicht. Mir wurde es förmlich in die Wiege gelegt, wie diese Welt der Unternehmer tickt und worauf es dabei ankommt. Auch Kindergarten und Schule haben mir da nichts Gegensätzliches beigebracht. So war für mich schnell klar, wie diese Welt funktioniert: Einsatz, Leistung, Umsatz, Erfolg

Ich bin den mir vorgezeichneten Weg gegangen. Kindergarten, Schule, Berufsausbildung, Betriebswirt, Unternehmer. Schon früh habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet und hart für meine Versorgung gearbeitet. Schnell wurde mir bewusst, dass einem nichts geschenkt wird. Man sollte immer der Schnellste sein, um die besten Stücke zu ergattern. Von nichts kommt nichts, so könnte man das kurz umschreiben.

So aufgewachsen und konditioniert bin ich auch meinen Glaubensweg mit Gott gegangen. Gott immer im Herzen und Vollgas im Alltag als Unternehmer. Es war meine feste Überzeugung, dass Gott das gut findet. Schließlich war diese Art zu denken, fest in meinem Weltbild verankert. Es war für mich gar keine Frage, dass Gott so denken musste. Ich war überzeugt, dass unser Wirtschaftssystem, so wie ich es kannte, Gott wohlgefällig sei.

Jesus war ja auch Zimmermann. Er hat den Beruf bei seinem Vater erlernt und ausgeführt. Also ist er auch in einem Unternehmerhaushalt aufgewachsen. Er hat die gleichen Prinzipien erlernt wie ich: Einsatz, Leistung Umsatz, Erfolg. So hab ich mir das vorgestellt. Daraus ließ sich für mich ableiten, dass er konform mit unserem System sein müsste. So habe ich Gott vor meine Karren gespannt und geglaubt, dass er meiner Hände Arbeit bestimmt segnen würde. Dabei habe ich mir mein eigenes Evangelium zusammengebastelt. Mein Weltbild, kombiniert mit dem, was ich aus der Bibel wusste, ergab meinen Leitsatz für mein unternehmerisches Verständnis: Gott würde meine Leistung segnen und mich dadurch versorgen. Ich war überzeugt, auf diese Weise würde sich also die Versorgung Gottes in meinem Leben etablieren. 

Und Gott hat auch so gehandelt. Zumindest hat es sich für mich so angefühlt. 

Heute kann ich nur sagen: Was für ein Irrtum.

In unserm Buch Broken Bread“ habe ich meine Lebensgeschichte niedergeschrieben. Spätesten ab dem Kapitel, in dem meine menschliche Versorgung zusammenbricht, wird deutlich, wovon ich spreche. 

Ich wollte Gott radikal nachfolgen. Radikal meint, ich wollte voll und ganz glauben, was die Bibel verkündet. Wenn dort die Rede ist von Heilung und Wundern, dann war mir klar, das will ich erleben. Also habe ich mich auf den Weg gemacht und diesen Gott gesucht, der dort beschrieben ist. Nur ein verkürzteshalbiertes oder verwässertes Evangelium zu glauben, hätte mir zutiefst widersprochen. Also, wo war dieser Vater, der mir von Jesus beschrieben wurde. Eine Aussage Jesu hat mich besonders herausgefordert. Er hat gesagt, dass wir noch größere Wunder vollbringen werden, als er selbst es zu Lebzeiten getan hat(HfA Joh 14, 11-13)Das hat mich begeistert. Da wollte ich hin.

Viele Abenteuer durfte ich während dieser Suche erleben. Ich habe Gott gesucht und er hat sich von mir finden lassen. Ich musste lange suchen und viele Hürden überwinden. Aber schließlich habe ich Ihn gefunden. Ich kann nur bestätigen, was über Ihn in der Bibel steht. Die Bibel hat völlig Recht. Der Vater im Himmel, den Jesus uns verkündete, er ist auch heute erfahrbar. Seltsamer Weise habe ich ihn nicht dort gefunden wo ich ihn zuerst vermutet hätte. Aber das spielt keine Rolle. Er ist da, wo wir sind und lässt sich von jedem finden, der sucht. Einen Leitsatz aus meinem altem Leben habe ich mir erhalten, denn er passt sehr gut zu Gott:  

Einer, der will, schafft mehr als zwanzig, die müssen.

Wir müssen Gott entdecken wollen und glauben. Ihm eine Chance geben. Dann wird er sich uns auch offenbaren. Aber ich wollte ja über Versorgung reden. Denn ganz ehrlich, das war der härteste Brocken für mich. Den zu verdauen, das war extrem schwierig für mich. Da war sie also, diese Aussage Gottes:

Ich will dich versorgen.

Das war hart, denn das passte nicht in mein Weltbild. Das brachte ich nicht mit meinem Gottesbild zusammen. Doch er ließ nicht locker. Ich hörte es sehr klar in mir: Franz, da musst du durch. Nicht schnell, sondern langsam dämmerte es mir. Beim Thema Versorgung lag bei mir der Hund begraben. Zu glauben, dass Gott Kranke heilt und Wunder tut? Kein Problem. Aber mich versorgen, da verließ mich der Glaube. Ich wusste sofort, da wird es für mich existenziell. Mein Glaube wurde real auf die Probe gestellt. In der ersten Phase habe ich versucht,Gott alle möglichen Mogelpackungen unterzujubeln. Ich ziehe eine Firma hoch. Du segnest mich so sehr, dass ich mit meinem Geld Gutes tun kann. 

Ach so, du meintest eine kleine Firma und mit der freien Kapazität im Reich Gottes arbeiten? Auch nicht. Na was denn dann?, fragte ich und mit der Zeit wurde es mir klar. Gott wollte, dass ich ihm total vertraue und er mich ganz versorgen darf. Anfangs verdrängte ich solche Gedanken. Jedoch wurde mir baldklar, dass Gott einen großen Schritt von mir verlangte. Ich sollte mich auf ein völlig neues Konzept einlassen. Ein Konzept, das mir aus der Bibel wohl bekannt war. Nurkomischerweise hatte ich gerade das nicht für voll genommen. In meinem sehr unternehmerischen Versorgungsverständnis kamen solche Gedanken nicht wirklich vor. Gottes Versorgung ja, aber bitte kompatibel mit meinem speziellen Verständnis von Versorgung und Sicherheit. Ein kleines Versorgungsabenteuer konnte ich mir natürlich vorstellen. Für einige Monate oder ein Jahr vom Ersparten leben, ok. Bei Bedarf konnte man ja in das alte Konzept zurückkehren. Oder man entwickelt ein super organisiertes Spendenkonzept. Hört sich auch gut an. Ich informiere viele Leute von meinen hoch frommen Vorhaben. Die sind dann so bewegt, dass sie mir ein Auskommen ermöglichen. Das nenne ich dann Gottes Versorgung. Sieht ja auch so aus. Da ist alles drin. Ein frommer Auftrag. Ein bisschen Risiko, also Glaube. Man weiß ja auch nicht im Vorhinein, ob jemand was gibt. Aber nein, auch das wollt Gott von mir nicht. Irgendwann war es mir dann klar. In Punkto Versorgung geht es um wahrhaftigen Glauben. Ich sollte lernen, „über das Wasser zu gehen. D. h. Gott voll und ganz zu vertrauen. Auch das Wie war mir schnell klar, ich sollte meine Versorgung aufgeben. In meinem Fall, die Firma aufgeben. Es war noch ein gewisser Prozess, aber dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich wollte und musste diesen Schritt gehen. Das war der entscheidende Punkt in meinem Leben. Nur so konnte ich erfahren, dass ich Gott vertrauen kann und mein Glaube trägt.

In unserem Buch steht die ganze Gesichte im Detail. Hier nur so viel, ich habe diesen Schritt gewagt und nie bereut. Ich durfte es erfahren. Es ist wahr. Gott versorgt mich. Ich durfte und darf diese Erfahrung machen. Hintertürchen gibt es nicht. Gott will mein ganze Vertrauen. Auch das wurde mir immer deutlicher: Ich soll nie über Geld sprechen. Keine Kollektenpredigen am Ende einer Veranstaltung halten. Keine Spendenaufrufe, nichts. Ich soll Gott dem Vater, in Jesu Namen, meine Bedürfnisse vortragen und er will mich versorgen. Tja, und was ist passiert? Ich darf es bis heute täglich erfahren, wie Gott mich versorgt. Das größte für mich ist diese Freiheit, die ich dadurch erfahren habe. Es ist einfach nur genial. 

Nicht jeder ist berufen, seine Firma oder seinen Job aufzugeben. Jedoch kann ich nur jedem empfehlen, zu prüfen. Prüft, wem ihr im Falle der Versorgung vertraut. Es ist nicht gleich ersichtlich, was sich da im Laufe eines erfüllten Lebens an Gedanken und Konzepten aufgebaut hat.Jedoch lohnt es sich, mal ein bisschen zu überlegen. Gott möchte, dass wir uns von ihm abhängig machen. Das heißt so richtig abhängig, mit realen Fakten. Übrigens, der Heilige Geist hilft uns gerne dabei, die Wahrheit über uns selbst heraus zu finden. Für mich ist es eine tägliche Aufgabe geworden zu prüfen, an welcher Stelle meines Lebens sich mein Glaube einen Schwimmflügel angezogen hat. Ihr wisst schon, zwecks auf das Wasser gehen 

 

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Wasserlaufen.

 

Franz Lermer

 

 

 




Gott begegnen – ist das möglich? 
Von Franz Lermer
Kann man Gott begegnen? Und wenn ja, wie geht das? Ein kluger Mann hat einmal gesagt: „Zu Gott gibt es so viele Wege wie es Menschen gibt.“ Das heißt nichts anderes, als dass jeder von uns seinen eigenen Weg zu Gott, seine eigene, ganz persönliche Begegnung mit ihm hat. Ich kann das nur bestätigen. Nicht aus Klugheit oder Frömmigkeit, sondern aus Erfahrung. Gott existiert! Da bin ich ganz sicher. Denn ich bin ihm begegnet. Genauer gesagt, wir sind ihm begegnet. Mit  „wir“ meine ich meine Frau Andrea und mich. Wir sind ihm ausgerechnet da begegnet, wo man Gott vielleicht am allerwenigsten erwartet: in den Scherben unseres Lebens. Als alles ausweglos, ja sinnlos schien, als jede Hoffnung zerbrochen und unser Leben komplett in Trümmern lag, als wir ganz unten waren, und nicht mehr ein noch aus wussten, da hat Gott uns berührt. Er hat uns aufgerichtet, unsere Wunden verbunden und uns Schritt für Schritt in ein neues Leben geführt, in die Freiheit der Kinder Gottes.
Unsere Geschichte zeigt: Gott ist real
Es würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, unsere Geschichte zu erzählen. Der dramatische Tod unserer Ehepartner, Missbrauch, Suizid, unternehmerische Höhenflüge und brutaler Absturz: An Dramen hat es in unserem Leben nicht gemangelt. Wir haben das alles in einem Buch aufgeschrieben. „Broken Bread“ heißt es und ist vor kurzem bei Fontis erschienen. Aber die Summe unserer Erfahrung, die lässt sich kurz und konkret zusammenfassen: Alles, wirklich alles, hängt von der persönlichen Begegnung mit Jesus Christus ab. Jesus ist heute genauso lebendig wie vor zweitausend Jahren. Wie er damals nach seiner Auferstehung den Frauen und den Aposteln erschienen ist, sehnt er sich heute danach, uns zu begegnen. Dir und mir. Gott handelt auch heute genau so, wie er sich in der Bibel offenbart hat. Was in der Bibel steht, ist wahr. Wir können das bestätigen, weil wir es wieder und wieder erfahren haben. Man darf, ja, man muss Gott beim Wort nehmen. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt – nicht, damit die Super-Frommen noch frömmer werden, sondern um zu heilen und zu retten, was verwundet und verloren ist. Deshalb ist Jesus Mensch geworden.
Die Sehnsucht eines Königs
Er schaut auch dich an. Er liebt dich. Er will die Wunden, die dir das Leben geschlagen hat, heilen. Jesus bietet dir seine Freundschaft an. Er möchte, dass dein Leben gelingt und will dir zeigen, dass wahres Leben so unendlich viel mehr ist, als das, was wir gemeinhin für erstrebenswert halten. Gott hat Sehnsucht nach dir. Nach dir – ganz konkret. Er sehnt sich nach dir, ganz egal wie elend und wertlos du dich im Moment vielleicht fühlst, was auch immer du verbockt hast, wie tief der Karren deines Lebens im Dreck steckt, wie kaputt du und deine Beziehungen möglicherweise sind. Es gibt keine Schuld, die so schwer wäre, dass sie Gott nicht vergeben kann. Kein Versagen, das so groß wäre, dass Gott dich nicht aufrichten kann. Keine Wunde – egal ob körperlich oder psychisch –, die Gott nicht lindern und heilen könnte.
Nur eine Voraussetzung
Für all das gibt es nur eine einzige Voraussetzung: Lass dich von Gott berühren. Nicht abstrakt, nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz konkret. Wo man mit Jesus in Berührung kommt, da verändert sich das Leben. Fang heute noch damit an. Just do it. Gott wartet auf dich, aber er drängt sich nicht auf. Jesus zwingt zu nichts, er liebt. Wahre Liebe setzt immer Freiheit voraus. Lass dich von Gott überraschen. Öffne ihm dein Herz und schenk ihm dein Vertrauen. Gott wartet. Vielleicht auch bei dir gerade dort, wo du am wenigsten mit ihm rechnest. Wir durften das erfahren. Diese Erfahrung möchten wir austeilen wie gebrochen Brot. Genau darum heißt unser Buch „Broken Bread“.

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